Erziehung und Ausbildung

Hovawarterziehung ist zu gleicher Zeit leicht und schwierig. Leicht, weil der Hovawart rasch begreift und lernbegierig ist, – schwierig, weil er so gut beobachtet und unsere Schwächen gnadenlos ausnützt. Hovawarterziehung erfordert also auf jeden Fall Mitdenken, Fähigkeit zur Selbstkritik und Wissen um typisches Hundeverhalten.

Der einzige erfolgversprechende Weg führt wirklich nur über die intensive Beschäftigung mit dem Welpen. Nur wenn er unter der Aufsicht und Anleitung eines Menschen seine Umwelt kennenlernen kann, wird er ein angenehmer Hausgenosse werden, den man überall hin mitnehmen kann.

Werden Sie das Vorbild Ihres Hundes und er wird sie verehren! Seien Sie der coole, überlegene Leithund, der es kaum nötig hat zu imponieren, wenn es aber nötig ist, schnell, konsequent und wirksam schlechtes Benehmen korrigiert. Der Hovawart, der eine Aufgabe hat, ist ein angenehmer Begleiter, mit sich und der Welt in Einklang. Viele Verhaltensprobleme könnten vermieden werden, wenn man dem Hund die Gelegenheit gibt, seine Triebe und Bedürfnisse auszuleben.

An dieser Stelle sei auf jeden Fall der Besuch einer Hundeschule jeden ans Herz gelegt. Abgesehen davon, dass man hier Gleichgesinnte trifft, Erfahrungen austauschen kann und die Hunde auch Sozialkontakte knüpfen können: Auf dem Hundeplatz lernen Besitzer und Hovawart sich unter Ablenkung zu konzentrieren und werden von erfahrenen Ausbildern beim Üben begleitet. Es stärkt die Verständigung und das unsichtbare Band zwischen Hund und Mensch enorm. Arbeitslosigkeit sollte es für den Hovawart nicht geben. Bekommt er keinen Job von Ihnen, wird er sich selbst einen suchen.

Welpenschule

Wenn Welpen vom Züchter an die neuen Besitzer abgegeben werden, wird damit ein wichtiger Entwicklungsprozess beim Welpen unterbrochen: jener der Sozialisation an seine Artgenossen. Würde er bei seinen Geschwistern bleiben, würde er durch den Umgang mit der Mama, anderen erwachsenen Hunden des Rudels und mit seinen Wurfgeschwistern lernen, wie man sich unter Hunden verständigt, wie man sich angemessen zu verhalten hat.

Da dies die Welpen in ihrem neuen Zuhause nicht mehr erleben können, müssen wir als Hundebesitzer versuchen, ihnen so gut es eben geht einen Ersatz zu bieten.

In der Welpenspielstunde hat Ihr Welpe die Gelegenheit, spielerisch zu lernen, wie man sich unter Hunden verständigt und wie man sich zu benehmen hat.

Selbst wenn Sie schon Erfahrungen mit Hunden haben: jeder neue Hund ist eine besondere Persönlichkeit und stellt den neuen Besitzer vor neue Fragen.  Wenn Sie Ersthundebesitzer sind, haben sie natürlich viele Fragen. Deswegen wird der Welpentrainer versuchen, Ihnen viel Wissen über den Hund und den richtigen Umgang mit ihm zu vermitteln.

In der Welpenspielstunde werden Hunde auch behutsam an verschiedenste Umweltsituationen herangeführt, die für Welpen angsterregend sein können. Die Welpen lernen, wovor sie keine Angst zu haben brauchen und Sie als ihre Menschen lernen, wie Sie mit der Angst ihres Welpen richtig umgehen können.

Was für Menschenkinder gilt, gilt auch für Hundekinder. Man muss ihnen die Möglichkeit bieten, Erfahrungen zu sammeln, ihnen den nötigen Freiraum geben. Sie dürfen nicht überbehütet werden, damit sie ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln können, das so wichtig für ihre Entwicklung ist. Durch die kleinen Übungen an den unterschiedlichsten Geräten lernt Ihr Welpe, Herausforderungen zu bewältigen, er wird sicherer und traut sich dann selbstbewusst an neue Herausforderungen heran.

Natürlich gibt es auch Tipps zur Erziehung Ihres Welpen und es werden kleine Erziehungsübungen gemacht. Mensch und Hund sollen spielerisch mit- und voneinander lernen.

Mensch und Welpe soll geholfen werden, ein harmonisches Team zu werden, in dem Sie zwar der tonangebende Part sind, aber das volle Vertrauen Ihres Welpen besitzen.

Begleithundeausbildung

Ziel ist das zuverlässige Beherrschen klassischer Hundesportlektionen wie Leinenführigkeit, korrektes Fußgehen ohne Leine, Sitz aus der Bewegung, Platz aus der Bewegung mit Heranrufen, Ablegen des Hundes unter Ablenkung. In den höheren Begleithundeprüfungen kommt dann noch das Bringen und das Steh aus der Bewegung hinzu. Der Hund soll sich beim Arbeiten entspannt, selbstsicher und freudig zeigen. Das konzentrierte Üben unter den Augen eines Ausbilders fördert die Kontrollierbarkeit des Hundes und lässt Sie zu einem Team werden.

Obedience

Obedience kann von allen Hunden erlernt werden, deren Hundeführer über das Niveau der Begleithundeprüfungen hinaus möchten.

Die verschiedenen Übungen verlangen eine motivierte, konzentrierte und harmonische Arbeit zwischen Hund und Hundeführer. Neben den einfacheren Übungen wie Fußarbeit, Positionen aus der Bewegung oder dem Hereinrufen, werden Übungen wie das Voransenden in die Box, das Richtungsbringen, das Identifizieren, der Distanzkontrolle, Sprung über die Hürde mit Metallapport und vieles mehr, gefordert.


Fährtenhundeausbildung

Das Fährten gehört als eines der drei Fächer zur Gebrauchshundeausbildung im Hundesport, kann aber auch als Einzeldisziplin in den Schwierigkeitsstufen 1,2, und 3 betrieben werden.

Der Hovawart hat eine hervorragende Nasenveranlagung, die ihn zum hochbegabten Fährtenhund macht. Kurt F. König (der „Rasseforscher“ des Hovawartes) sah in der Fährten-Aufnahme, -Treue, und -Sicherheit elementare Fähigkeiten dieser Rasse, die er deshalb auf seinen Anlageprüfungen systematisch testete.

Bei der höchsten Prüfungsstufe, der FH 3, muss der Hund dabei einer Fährte folgen, die eine Fremdperson (der Fährtenleger) drei Stunden vorher gelegt hat und mindestens 1800 Schritte lang ist. Diese Fährte wird von anderen Spuren gekreuzt (sogenannten Verleitungen, von denen der Hund sich aber nicht ablenken lassen darf). Auf dieser Fährten liegen 7 verschiedene Gegenstände, die der Fährtenleger vor dem Auslegen gut verwittert hat. Die Aufgabe des Hundes ist es, der Fährte genau zu folgen, ohne sich irritieren zu lassen, und die Gegenstände des Fährtenlegers anzuzeigen.

Dies ist eine ganz wunderbare Beschäftigung für den Hovawart und fast alle Hovawarte sind gute bis sehr gute Fährtenhunde. Ihre Nasenveranlagung – so sagen Experten – ist ausgezeichnet.

Wenn Sie es irgendwie ermöglichen können, so sollten Sie Ihrem Hovawart diese wundervolle Betätigung bieten – er wird sie dafür lieben!

Rettungshundeausbildung

Genau genommen ist die Rettungshundeausbildung kein Hundesport, sondern eine humanitäre Aufgabe, die in Notfällen und Katastrophen oft die Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Polizei, Armee oder techn.Hilfsdienst erfordert. Fährten-, Fläche-, Trümmer-, Lawinen und Wasserprüfungen stehen als Ausbildungsziele auf dem Programm.

Die Ausbildung zum Rettungshund ist ausgesprochen anspruchsvoll und zeitintensiv. Sie hat den Vorteil, dass der Hund gefordert wird, Spieltrieb und Nasenveranlagung ausleben darf und zusammen mit seinem Menschen an den Aufgaben wächst, die er gestellt bekommt. Die Hund-Mensch-Beziehung wird dadurch sehr vertieft, denn nur ein Hund, der hohes Vertrauen in seinem Menschen setzt, begibt sich auf so unwegsames Terrain, wie das von Rettungshunden verlangt wird.

Doch nicht nur der Hund ist gefordert, auch der Zweibeiner gehört zum Team und muss ebenfalls Bedingungen erfüllen sowie ein theoretisches und praktisches Ausbildungsprogramm absolvieren, will er es wirklich zur Einsatzreife bringen. Besonders für die Gelände-, bzw. Flächensuche (wenn etwa orientierungslose Personen gefunden werden sollen) sind Hovawarte aufgrund ihrer hervorragenden Nasenleistung geeignet.

Sport-Schutzhundeausbildung

Bei der Schutzhundeausbildung bilden Unterordnung, Schutzdienst und die Fährtenarbeit je einen Prüfungsteil in den Schwierigkeitsstufen ÖPO (IPO) 1, 2 und 3. Diese Arbeit mit dem Hund hat nicht zu unterschätzende Vorteile: einmal kann der Hund hier Triebe und Instinktverhalten ausleben – wie sonst kaum mehr – andererseits lernt er selbst in höchster Triebhaftigkeit auf das Hörzeichen seines Menschen zu reagieren und zu gehorchen.

Wer verantwortungsvollen Schutzdienst betreiben will, sollte sich einen Figuranten (Schutzdiensthelfer) suchen, der sich mit den Eigenarten des Hovawartes auskennt und nicht die Erfahrungen mit anderen Rassen unreflektiert auf ihn überträgt.